Siemens KI42F User Manual Page 5

  • Download
  • Add to my manuals
  • Print
  • Page
    / 20
  • Table of contents
  • BOOKMARKS
  • Rated. / 5. Based on customer reviews
Page view 4
DER BAUINGENIEUIt
1928 HEFT 1.
KAMMER, WETTBEWERB ZUM NEUBAU DER K6NIGINNENBRUCKE IN ROTTERDAM. 5
6egengewicht
Drehzopfen-Achsćfgi
W
StraBenverkehrs muB man mit einer sehr breiten Briicke reclinen. oder Untergurt des Klappen-Haupttragers, wahrend R itzel
Wird nun diese breite Briicke ausgedreht, dann wird dadurch mit Yorgelcge und Motor festgelagert sind. Oder aber das
das Duręhfahrtsprofil fiir die Schiffahrt eingeengt. Die Dreh- Zahnscgmcnt ist auGerhalb der Briicke am Briickenkeller
briicke hat ja den Nachteil, daB sie im ausgedrehten Zustand eine befestigt und das Triebrad mit Yorgelege nebst Elektromotor
Wasserfiache iiberdeckt, die gleich der Flachę ist, die sie in
gesclilossenem Zustand einnimmt; sie bildet also in ausgedrehtem
Zustand ein unbeąuemes, in geringer Hóhe iiber dem Wasser
liegendes Hindernis fiir die Schiffahrt, denn diese durch die
ausgedrehte Briicke iiberdeckte Wasserfiache geht der Schilf-
fahrt dauernd verloren, da sie , durch,_b ęsondere Leitwerke ein-
gefaBtw erden muB. Bei dem lebhaften Schiffsverkehr, bei der
starken Strómung und dem haufigen Ausdrehen und Ein-
drehen der Briicke liegt daher die Gefahr eines ZusammenstoBes
von Schiff und Briicke nahe. Selbst wenn auch die Kosten fiir
den Unterbau der Drehbriicke sich giinstiger gestalten sollten,
ais z. B. bei der Klappbriicke, so erfordern doch die Leitwerke
einen bedeutenden Kostenaufwand und kostspiclige Unter-
haltung. Dann muB, was den Betrieb der Briicke anlangt,
stets die g a n ze Briicke ausgedreht werden, auch wenn nur
ein e S e ite n d u r c h fa h r t gebraucht wird. Ferner ist zu be-
denken, daB bei der Drehbriicke beim jedesmaligen Ausdrehen
der StraBenverkelir fiir die g_ajŁŁa.Jkiicken 1 angc-unterbrochen
w ird; daher wird der Zeitraum zwischen Óffnen und SchlieBen
der Briicke infolge der groBen Lange der unterbrochenen
Strecke sehr groB. In dieser Beziehung stellt sich die Klapp-
briicke giinstiger. Auch nach den Anforderungen der Aus-
schreibung wiirde die Drehbriicke insofern nicht den Be-
dingungen des vorliegenden Wettbewerbs entsprechen, weil
hiernach beide Seitenóffnungen f e s t sein miissen. Bei einer
doppelarmigen Drehbriicke miiBten dagegen die Seitenóffnungen
durch die kurżen Gegengewichtsarme iiberbruckt werden.
Eine zweite Lósungsmóglichkeit bildet die K la p p b riic k e ,
die um eine horizontale Achse auf und nieder geldappt wird.
Die alteste, aber darum durchaus nicht unzeitgemaBe Form
dieses Tragwerks ist die Briicke mit fe s te r Drehachse. Fiir
den Rotterdam er W ettbewerb kann die einfliigelige Klapp-
briicke wegen der erforderlichen Briickenbreite und der groBen
zu uberbriickenden Offnung nicht in Betracht kommen. D a
gegen erscheint die Doppelklappbriicke fiir die vorliegende Auf-
gabe sehr geeignet. Hier inbgen zwei Formen fiir dieses System
angefuhrt werden, die sich durch auBere Gestalt und Antrieb
voncinander unterscheiden. Das Auf- und Zuriickklappen
der Briicke geschieht in der Weise, daB ein Triebrad mit Vor-
gelege, das gewóhnlich; yon einem Elektromotor angetrieben
wird, ąuf ein Zahnsęgment wirkt. Das letztere kann ent-
weder direkt mit der Klappe verbunden sein (Abb. 6), dann
sitzt es unmittelbar auf dem entsprechend geformten Ober-
wird an dem Riickende der Klappe drehbar aufgelagert, schwingt
also mit der Klappe um die Drehachse. (Vgl. Bauing. 1920,
S. 139, Abb. 55a.)
Der beim Óffnen der Briicke abwartsscliwingende Gegen-
gewichtsarm schlagt mit dem Gegengewicht in einen wasser-
dicht umbauten Raum hinein, den Briickenkeller. Bei zuneh-
mender Durchfahrtsweite der Briicke nimmt nun auch die Lange
des Gegengewichtsarmes und dam it die GroBe des Briicken-
kellers zu; es wach sen so die Gesamtkosten fiir das Bauwerk
bedeutend, namentlich bei schłechtem Baugrund, der ja gerade
in Hafen haufig vorliegt. Daher ist das Bestreben der Ingenieure
verstandlich, den Briickenkeller .zu\;erkleinern oder ganz zu
umgehen. Man kann das bei einer Klappbriicke mit fester
Drehachse auf eine W eise erreichen, wie es bei der 1911 er bau ten
Klappbriicke in Philadelphia3 in sehr zweckmaBiger und
geschickter Weise geschehen ist; bei dieser Lósung ruht die
Drehachse auf den Fachwerkhaupttragern der Seitenóffnungen
auf. Giinstiger sind in dieser Beziehung jedoch andere Klapp-
briickensysteme; ais dereń wichtigste seien die Rollklapp-
briicke und die Parallelogrammbrucke oder StrauBbriicke ge-
nannt. Beide Arten wurden ungefa.hr zur selben Zeit zuerst in
Chicago gebaut.
Die Rollklappbriicke nach ihrem Erfinder Scherzer-
briicke genannt ffihrtS eine Rollbewegung aus, wenn sie
geoffnet oder geschlossen wird; sie heiBt deshalb auch Wiege-,
Walz- oder Schaukelbriicke. Der Schwerpunkt des Bauwerkes
liegt im M ittelpunkt des Rollsegments, das auf einer Rollbahn
sich abwalzt. Der Schwerpunkt bewegt sich dabei parallel zur
Rollbahn. (Vgl. Bauing. i9 2 i,'S . 382, A bb. x6.)
Die Anordnung des Gegeńgewichtes kann auch so hocli
gewahlt werden, dafi es bei geoffneter Briicke nicht in einen
Keller hinabzutauchen braucht (Abb. 7).
In neuerer Zeit hat die Scherzerbrucke weite Verbreitung
gefunden. Hierzu hat auBer dem genannten noch ein anderer
Vorzug beigetragen;
der gesamte Dreh-
winkel kann beim
Óffnen der W alz-
briicke kleiner ge-
halten werden ais
bei der Klappbriicke
mit fester Dreh
achse (700 gegen-
iiber 8i°).
Die StrauBbriicke
(Abb. 8) ist eine
Klappbriicke mit
fester Drehachse,
aber zwanglaufigem
Gewichtsausgleich.
Ihr Vorlaufer ist
die alte Zug- oder Pprtalbriicke. Zwischen Drelipunkt
der Klappbriicke und dem Gegengewicht ist ein Parallelo-
3 Hotopp, Bewegliche
Page view 4
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 ... 19 20

Comments to this Manuals

No comments