Siemens KI42F User Manual Page 3

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DKIl BAU1K0KN1EUU
1928 HEFT 1.
KAMMER, WETTBEWERB ZUM NEUBAU DER KÓNIGINNENBRUCKE IN ROTTERDAM.
3
wurde dann noch ein zweiter Teil dieser Brtickenanlage dreh-
bar gemacht (Abb. 2). Die Eisenbahnbriicke ist ebenfalls
ais Drelibriicke ausgefiihrt; sie wird jedoch in nachster Zeit
entsprechend den neuerlichen Verkehrsbediirfnissen ais Hub-
briicke heugebaut.
Die Koniginnenbriicke liegt in StrąBęnholie, 3,81 m uber
R. P .; deshalb muB z. Zt. die Briicke schon bei Niedrigwasser
fiir alle Fahrzeuge, die mehr ais 3,80 111 iiber den Wasserspiegel
hervorragen, geóffnet werden. Das Offnen und SchlieBen der
Drehbriicke dauert etwa 2% Minuten, Da nun der Schiffs-
verkehr in den letzten Jahrzehnten in dauerndem Wachsen
begriffen ist und sich im wesentlichen in dem Konigshafen
zusammendrangt, so daB tagsiiber ein dauerndes Offnen der
Koniginnenbriicke notwendig wird, und da gleichzeitig auch
der Landverkehr immer mehr zunimmt, miissen oft mehrere
Małe am Tage lange Wagenreihen und Hunderte, ja Tausende
von FuBgangern geraum eZeit an der geóffneten Briicke warten.
Welchen Umfang der Verkehr annimmt, ersieht man aus den
statistischen Zusammenstellungen derStadt. Z. B. betrug schon
im Juli 1912 die Zahl der FuBganger 53000 fiir die Stunde,
wahrend an einem Tage 10 187 Fahrzeuge iiber die Briicke
gingen. Abb. 3 gibt ein anschauliches Bild von dem regen
Verkehr auf der Briicke. Fiir diesen Verkehr wurde die
Briicke allmahlich viel zu schmal; die
Folgę davon war, daB der so notwendige
Strafienbahnyerkehr iiber die Koniginnen
briicke nicht zugelasśen werden konnte.
Mit dem neuerdings einsetzenden star-
ken Anwaclisen des Kraftwagenverkehrs
wurden die Zustande noch unhaltbarer.
Die Stadtbauverwaltung machte seit mehr
ais zehn Jahren die gróBten Anstren-
gungen, diese MiBstande im Verkehr zu
beseitigen. Die verschiedenen Vorschlage
verdichteten sich 1920 zu einem groB-
ziigigenPlan zur Yerbesserung derVerkehrs-
verhaltnisse2, demzufolge eine ganz neue,
hochgelegene Briickenverbindung iiber die
Neue Maas und iiber den Konigshafen mit
langen Anfahrten in verschiedenen Rich-
tungen derStadt geschaffen werden sollten.
Dieser Plan kam jedoch nicht zur Aus-
fiihrung; er scheitertehauptsachlich an den
hoiien Kosten, die auf etwa 34,5 Millionen
Gulden geschatzt wurden. Nunmehr wird
eine Losung versucht, die wenigstens die
dringendsten MiBstande beseitigen soli.
Dieser ais Notlosung bezeiebnete Aus-
weg ist von der Stadt Rotterdam am
12. Oktober 1923 angenommen worden.
Nach diesemPlan ist in derHauptsache eine
Verstarkung und Verbreiterung der festen
Brucke iiber die Neue Maas(WiUemsbriicke)
und gleichzeitig ein Hoherlegen dieser Brucke um 2,10 111 vor-
gesehen, so daB ein betrachtlicher Teil der Rheinschiffahrt,
der bisher den W eg dureb den Konigshafen wahlen muBte, nach
der Neuen Maas verlegt werden kann. Dadurch wird eine Ent-
lastung der Kóniginnenbriicke erreicht.
Nach dieser Notlósung ist ferner eine vollstandige Er-
neuerung der Koniginnenbriicke vorgesehen; sie soli eine gróBere
Breite erhalten und von grofiter Beweglichkeit sein. Fiir die
Durchfahrtsóffnung sind mindestens 50 m Breite zugrunde gelegt,
d. i. dieselbe W eite, welche die Durchfahrtsóffnung der daneben-
liegenden Eisenbahnbriicke, dereń Ausbau ais Hubbriicke
bereits beschlossen ist, erhalten soli. Die stadtische Bau-
verwaltung sah sich nunmehr vor die schwierige Aufgabe ge-
stellt, die Vorbereitungen fiir den Umbau der Koniginnenbriicke
zu treffen. Sie wablte den Weg, durch ein Preisausschreiben
zunachst vorlaufige Entwiirfe zu bekommen, auf Grund dereń
2 Oeververbindungen te Rotterdam , Mai 1921, herausgegeben
von der Stadtbauverwaltung.
dann der endgiiltige Entwurf aufgestellt werden soli. Die
Beurteilung der eingehenden Entw iirfe wurde einem Preis-
gericht iibertragen, das sich folgendermaBen zusammensetzte:
1. Dr. H. P. Berlage, Architect te sGravenhage,
2. Ir. P. Joosting, Hoofdingenieur, Chef van den Bruggen-
bouw' der Nederlandsche Spoorwegen te Utrecht,
3. Prof. Ir. N. C. Kist, I-Ioogleeraar aan de Technische
Hoogeschool te Delft,
4. Prof. Ir. J. Nelemans, Hoogleeraar aan de Technische
Hoogeschool te Delft,
5. H. S. de Roode, Directeur der Gemeentewerlcen te
Rotterdam, Voorzitter.
3. D as P r e is a u ssc h re ib e n .
Vorweg wird in den Bedingungen betont, daB der Zweck
des Wettbewerbs der sei, fiir eine neue Brucke v o rla u fig e
Entwiirfe zu erhalten, die ais Grundlage fur einen endgiiltigen
Entwurf dienen sollen, wobei sich die Bauver\valtung der
Stadt Rotterdam beziiglich der Aufstellung und Ausfulirung
des e n d g iiltig e n Entwurfes vollstandige Freiheit vorbehalt.
Im einzelnen wurde verlangt: Entwurf und statische Berech-
nung der vollstandigen Briickenkonstruktion und des Unter-
baues m it charakteristischen Einzelheiten im Maflstab 1 : io;
Berechnung der Bedienungs- und Bewegungseinrichtungen
sowie der Zeit, welche zum SchlieBen und Offnen der beweglichen
Brucke notwendig ist; Arbeitsplan mit Zeiteinteilung fiir die
gesamte Ausfuhrung sowie Kostenanschlag unter Benutzung
angegebener Einheitspreise, um einen Vergleich der verscbie-
denen Losungen moglich zu machen.
Die Haufigkeit des Schiffsverkehrswird durch die Angabe
gekennzeichnet, daB ais Mittelwert des Jahres 1923 die Brucke
zwischen 6 Ulir vorm. und 8 Uhr nacliin. 13 1.1 mai geóffnet
werden muBte, \vobei der StraBcnverkehr insgesamt etwa
n o Minuten unterbrochen wurde.
Der Unterschied zwischen mittlerem Hoch- und Niedrig
wasser (Rotterdam liegt im Ebbe- und Flutgebiet) betragt
1,50 m, Wasserstande lioher ais 2,50 -(- R.P. kommen nur
sehr selten vor. Ais hochster Wasserstand ist 4,15 + R.P.
anzusehen. Unter der Brucke herrscht eine ziemlich starkę.
Strómung.
Abb. 3.
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